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NAARN/ST. PANTALEON-ERLA. Seit Jahren versucht der Verein „Jet Sport Club Wavesurf“, eine Jet-Ski-Strecke auf der Donau im Gemeindegebiet von St. Pantaleon-Erla bewilligt zu bekommen. Nun scheint diese Entscheidung nahe zu sein. Neben der niederösterreichischen Gemeinde ist man darüber jedoch auch am gegenüberliegenden Donauufer in Naarn verärgert.

Hier – zwischen Kilometer 2.104,3 und 2.105,5 – soll die „Waterbike-Strecke“ an der Donau entstehen. (Foto: Kosta)

Aus Gründen des Naturschutzes und der Naherholung konnten sich die betroffenen Gemeinden St. Pantaleon-Erla und Naarn erfolgreich und parteiübergreifend gegen das Projekt wehren. „Doch aufgrund eines legistischen Kniffs sieht es nun so aus, dass die Bedenken hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes vom Verein „Jet Sport Club Wavesurf“ juristisch „ausgehebelt“ werden konnten“, wie man einer parteiübergreifenden Aussendung von St. Pantaleon-Erla entnehmen kann. Österreichweit gibt es entlang der Donau keine ausgewiesene Jet-Ski-Strecke.

Schifffahrtsgesetz lässt Naturschutz außen vor

Die Gemeinden St. Pantaleon-Erla und Naarn haben auch die zuständige Bundesministerin Leonore Gewessler um einen Termin sowie um Änderung der Verordnung gebeten. „Leider wurde auf dieses Schreiben nicht oder nur unzureichend reagiert und zu einem Termin ist es nicht gekommen. Nun stehen wir vor der Situation, dass das Verfahren auf Antrag des Vereins getrennt wurde“, sagt Naarns Bürgermeister Martin Gaisberger. Und zwar wurde die Errichtung von Bojen, als eine Grundlage für den Betrieb des Jet-Ski-Wassersportes auf der Donau, vom Verfahren der eigentlichen Betriebsbewilligung getrennt. Das bedeutet, dass rein die Errichtung von drei Bojen naturschutzbehördlich beschieden worden ist, wobei gegen eine solche Errichtung naturschutzrechtlich wenig einzuwenden ist. Dennoch wurde seitens der Gemeinde St. Pantaleon-Erla ein Einspruch eingelegt, da dies die Vorstufe für den Jet-Ski-Betrieb darstellt. „Dieser Einspruch wird wohl aber lediglich eine aufschiebende Wirkung haben. Das Jet-Ski-Fahren wird nun schifffahrtsrechtlich beschieden und auf die massiven Lärm-, Geruchs-, Umwelt- und Verkehrsbelästigungen für die Menschen im Naherholungsgebiet entlang der Donau und den angrenzenden Wohnorten nimmt das Schifffahrtsrecht keine Rücksicht“, betont Standort-Bürgermeister Rudolf Divinzenz verärgert.

Erholungsgebiet würde durch Lärm zerstört werden

Die Jet-Ski-Anlage würde viel Lärm bringen, nicht nur untertags, sondern auch am Abend. Denn bis 20.30 Uhr soll an der Donau die Randsportart betrieben werden. Zudem ist in nächster Nähe zur Strecke ein Seeadler-Horst mit bis zu drei Jungvögeln pro Jahr angesiedelt: „Die negativen Effekte auf dieses seltene Tier sind in einem Gutachten bestätigt, werden aber viel zu wenig gewürdigt“, so Divinzenz. Und auch in Naarn befindet sich ein Natura 2000 Schutzgebiet, was den Bürgermeister Martin Gaisberger beunruhigt: „Die Folgen wie unter anderem Lärm und Wellenschlag auf dieses Gebiet sind nicht absehbar und die BH Perg hat ebenso keine Parteienstellung im Verfahren um die Interessen des Naturschutzes zu vertreten. Die Folgen auf Tier und Mensch sind nicht absehbar.“

Auf Anfrage der Tips bei dem Jet-Ski-Verein teilte uns Obmann Wolfgang Schwarz im Telefonat mit: „Wir sind ein Club und seit 20 Jahren wollen wir eine zugewiesene Strecke zum Trainieren. Die Gesetzesgrundlage zum Jet-Ski-Fahren hat sich nun endlich geändert. Der Bund hat dann drei Zonen auserkoren, wie unter anderem St. Pantaleon-Erla, wo die Randsportart möglich wäre. Bei letzterem Standort haben wir nun um eine Bewilligung angesucht und diese ist im Laufen. Wir sind guter Dinge, dass die Bewilligung erfolgt.“ Rennveranstaltungen sind laut dem Obmann keine geplant.

Den Betroffenen ist es wichtig zu betonen, dass sie sich nicht generell gegen die Randsportart aussprechen: „Es darf und soll nur nicht in Bereichen betrieben werden, in denen das ökologische Gleichgewicht derart stark beeinträchtigt wird. Der Natur- und Artenschutz muss uns allen mehr Wert sein!“


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